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Wer darf aktuell nach Russland fliegen?

Wer darf aktuell nach Russland fliegen?

Touristische Reisen nach Russland und innerhalb Russlands sind durch die EU Verordnung Nr. 833/2014, ergänzt durch den 19. Sanktionspaket sind Laut Artikel 5n Abs. 2 der Verordnung (EU) 2025/2033 ab dem 24. Oktober 2025 verboten. So auch die Dienste zu erbringen, die in direktem Zusammenhang mit touristischen Aktivitäten in Russland stehen.

Private Besuche bei in Russland lebenden Familienangehörigen oder anderen einladenden russischen Privatpersonen („private visits to Russia at the invitation of Russian citizens, e.g. family members“) sind nicht als touristische Aktivitäten im Sinne des Verbots eingestuft. 

Die FAQs finden Sie unter folgendem Link (Nummern 40 bis 49 im Abschnitt „Provision of Services“): 

https://finance.ec.europa.eu/document/download/4617456e-7d33-4732-96ef-b01bd10e948e_en?filename=faq%E2%80%A6

Was muss man vor der Buchung wissen

Eine lachende Frau zieht ihren Koffer über einen Parkplatz

Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine am 24. Februar 2022 existieren keine Direktflüge mehr zwischen der Europäischen Union und Russland, da beide Seiten gegenseitige Luftraumsperrungen verhängt haben – EU-Bürger müssen seitdem über Drittstaaten wie die Türkei, Serbien oder die Vereinigten Arabischen Emirate umsteigen. Dieser Beitrag erklärt die rechtlichen Hintergründe der Sperrung, welche Umsteigeoptionen heute verfügbar sind, worauf Reisende bei Buchung, Versicherung und Visumspflicht achten müssen und warum eine Rückkehr der Direktflüge in absehbarer Zeit nicht zu erwarten ist.

Kernaussagen

       Die EU-Sanktionen von 2022 verbieten russischen Airlines den Zugang zum europäischen Luftraum; Russland sperrte im Gegenzug seinen Luftraum für Flugzeuge aus EU-Staaten, Großbritannien, Norwegen, der Schweiz, Kanada und den USA – seitdem gibt es keine Direktflüge mehr zwischen der EU und Russland.

       Reisende aus Deutschland nach Russland müssen heute über Drittstaaten umsteigen: Istanbul mit Turkish Airlines, Belgrad mit Air Serbia, Dubai mit Emirates oder Taschkent mit Uzbekistan Airways sind die wichtigsten Verbindungsoptionen, da diese Länder die westlichen Sanktionen nicht mittragen.

       Ein durchgehendes Ticket – alle Flugabschnitte unter einer Buchungsnummer – bietet entscheidende Vorteile gegenüber zwei separaten Buchungen: Gepäckdurchcheck, Umbuchungspflicht der Airline bei Verspätungen und ein einheitlicher Beförderungsvertrag schützen Reisende im Störungsfall.

       Vor der Reise müssen EU-Bürger mehrere Pflichtschritte erledigen: ein russisches Visum mit offizieller Einladung beantragen, die Transitbestimmungen des Umsteigelandes prüfen und sicherstellen, dass die Reiseversicherung trotz bestehender Reisewarnung der Bundesregierung für Russland tatsächlich leistet.

       Eine Rückkehr der Direktflüge zwischen der EU und Russland ist kurzfristig nicht zu erwarten, da neben einem politischen Einlenken beider Seiten auch bilaterale Luftverkehrsabkommen neu verhandelt, Versicherungsdeckungen reaktiviert und Zahlungssysteme wiederhergestellt werden müssten.

Der Tag, an dem der Himmel zwischen Europa und Russland zugemacht wurde

Es war kein einzelner Moment, kein einziger Stichtag – und doch erinnern sich viele noch genau daran, wie innerhalb weniger Tage eine Normalität verschwand, die jahrzehntelang selbstverständlich gewesen war: der direkte Flug zwischen Europa und Russland. Was in den Tagen nach dem 24. Februar 2022 geschah, veränderte die Luftfahrt zwischen beiden Kontinenten grundlegend – und bis heute ist kein Ende in Sicht.

Wie es dazu kam – eine kurze Chronologie

Mit dem russischen Angriff auf die Ukraine am 24. Februar 2022 reagierte die Europäische Union mit einem historisch beispiellosen Paket an Sanktionen. Ein zentraler Bestandteil davon: der europäische Luftraum wurde für alle Flugzeuge gesperrt, die in Russland registriert sind, russischen Eigentümern gehören oder unter russischer Kontrolle stehen. Konkret bedeutete das: Aeroflot und alle anderen russischen Airlines durften europäische Flughäfen weder anfliegen noch verlassen – und auch der bloße Überflug über EU-Gebiet wurde untersagt.

Russland antwortete prompt mit einer Gegensanktion: Der russische Luftraum wurde für Flugzeuge aus den sogenannten „unfreundlichen Staaten" geschlossen – darunter sämtliche EU-Mitgliedsländer, aber auch Großbritannien, Norwegen, die Schweiz, Kanada und die USA. Innerhalb weniger Tage war damit das gesamte direkte Luftverkehrsnetz zwischen Europa und Russland zusammengebrochen. Fluggesellschaften wie Lufthansa, Air France, KLM, Austrian Airlines oder Finnair, die zuvor täglich Moskau, St. Petersburg und andere russische Städte anflogen, stellten ihre Verbindungen ein – nicht freiwillig, sondern weil sie es rechtlich mussten.

Überflugsperre vs. Landeverbot: Was die Sperrung konkret bedeutet

Um zu verstehen, warum es heute keine Direktflüge mehr gibt, lohnt ein kurzer Blick auf die Mechanik des internationalen Luftrechts. Grundsätzlich gilt: Kein Staat ist verpflichtet, ausländischen Fluggesellschaften zu erlauben, seinen Luftraum zu nutzen. Diese Rechte – sowohl das Recht zu landen als auch das Recht, einfach nur darüber hinwegzufliegen – werden in bilateralen Luftverkehrsabkommen zwischen Staaten verhandelt und gewährt. Sie sind kein Selbstverständnis, sondern ein vertraglich vereinbartes Privileg.

Genau dieses Privileg wurde 2022 auf beiden Seiten zurückgezogen. Die EU entzog russischen Airlines das Lande- und Überflugrecht im EU-Luftraum. Russland entzog europäischen Airlines dasselbe für den russischen Luftraum. Das klingt symmetrisch – hat aber sehr unterschiedliche praktische Folgen. Für europäische Airlines bedeutete der Verlust des russischen Luftraums vor allem, dass die beliebten Sibirienrouten nach Ostasien plötzlich nicht mehr nutzbar waren. Flüge von Frankfurt oder Amsterdam nach Tokio oder Seoul mussten fortan große Umwege fliegen – über den Atlantik, den Pazifik oder den Nahen Osten –, was Flugzeiten und Kosten spürbar erhöhte.

Für Passagiere zwischen Europa und Russland war die Konsequenz noch direkter: Wer früher von München nach Moskau in drei Stunden flog, hatte plötzlich schlicht keine Verbindung mehr. Nicht weil es technisch unmöglich wäre – die Entfernung hat sich ja nicht verändert –, sondern weil der rechtliche Rahmen, der diesen Flug erst möglich machte, politisch weggefallen ist.

Welche EU-Verordnung den Direktflug bis heute verhindert

Die rechtliche Grundlage auf europäischer Seite ist das EU-Sanktionsrecht im Rahmen der Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik. Der EU-Rat verabschiedete entsprechende Beschlüsse und Verordnungen, die in allen Mitgliedstaaten unmittelbar gelten – ohne dass einzelne Länder sie erst in nationales Recht überführen müssten. Diese Verordnungen verbieten es russischen Luftfahrtunternehmen ausdrücklich, EU-Flughäfen zu nutzen oder EU-Luftraum zu durchqueren. Gleichzeitig untersagen sie EU-Unternehmen bestimmte Dienstleistungen, die den russischen Luftfahrtsektor unterstützen würden – darunter Leasingverträge für Flugzeuge, die Lieferung von Ersatzteilen und der Abschluss von Versicherungen.

Letzteres traf den russischen Luftverkehr besonders hart: Westliche Leasinggeber mussten ihre Flugzeuge zurückfordern, was jedoch vielfach nicht gelang, da Russland die Herausgabe verweigerte. Hunderte Maschinen westlicher Hersteller wie Boeing und Airbus sitzen seither faktisch in Russland fest – ohne reguläre Wartungsverträge, ohne Zugang zu Originalersatzteilen, ohne internationale Versicherungsdeckung. Dass das langfristig Fragen zur technischen Sicherheit aufwirft, liegt auf der Hand.

Russland seinerseits stützt seine Gegenmaßnahmen auf das souveräne Recht jedes Staates, den eigenen Luftraum zu kontrollieren – ein Grundprinzip des internationalen Luftrechts, das im Chicagoer Abkommen von 1944 verankert ist. Dieses Recht ist völkerrechtlich unbestritten; die politische Bewertung seiner Ausübung im konkreten Kontext ist eine andere Frage.

Das Ergebnis all dieser rechtlichen Schritte ist eindeutig: Solange die Sanktionen auf beiden Seiten bestehen, gibt es keine legale Möglichkeit für direkte Passagierflüge zwischen der EU und Russland. Weder europäische noch russische Airlines können diese Verbindung bedienen. Und auch technische Umwege – etwa ein Flug, der den russischen Luftraum großräumig umgeht – sind wirtschaftlich so unattraktiv, dass sie in der Praxis nicht existieren.

Was bleibt, sind Umwege über Drittstaaten. Doch dazu mehr im nächsten Abschnitt.

Zwei rote Reisepässe und zwei Flugtickets liegen auf einem Holztisch. Darauf liegt ein Miniaturflugzeug

Istanbul, Belgrad, Dubai, Taschkent: Warum ausgerechnet diese Städte zum neuen Nadelöhr wurden

In der Mitte des Bildes steht "Travel Insurance" darum liegen mehrere Büroklammern, Reisepässe und mehrere kleine Flugzeuge

Wenn du heute von Deutschland aus nach Russland fliegen möchtest, führt dein Weg zwangsläufig durch einen dieser vier Orte. Nicht weil sie besonders nah liegen oder die schnellste Route bieten – sondern weil sie gemeinsam eine Eigenschaft teilen, die gerade entscheidend ist: Ihre Heimatländer haben die westlichen Luftverkehrssanktionen gegen Russland nicht mitgetragen. Türkei, Serbien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Usbekistan fliegen weiterhin nach Russland, empfangen russische Maschinen und halten ihre Lufträume offen. Genau das macht ihre Flughäfen zu den wichtigsten Umsteigepunkten zwischen der EU und Russland – und erklärt, warum sich seit 2022 dort das gesamte Verkehrsaufkommen dieser Route bündelt.

Istanbul: Warum Turkish Airlines zur meistgebuchten Russland-Option wurde

Kein anderer Hub spielt in diesem neuen Routing eine so zentrale Rolle wie Istanbul. Der Grund liegt auf der Hand: Die Türkei ist NATO-Mitglied, aber kein EU-Staat – und hat sich bewusst dafür entschieden, eigene außenpolitische Wege zu gehen. Russische Airlines dürfen türkischen Luftraum nutzen, Turkish Airlines und Pegasus fliegen Moskau, St. Petersburg und weitere russische Städte weiterhin an, teils mehrfach täglich.

Dazu kommt, dass der Flughafen Istanbul ohnehin zu den größten Drehkreuzen der Welt zählt. Von fast jeder größeren deutschen Stadt gibt es mehrere tägliche Verbindungen dorthin – mit EU-Airlines, aber auch direkt mit Turkish Airlines. Der Umstieg ist logistisch unkompliziert, die Anschlüsse sind gut getaktet, und Turkish Airlines bietet auf vielen Russland-Strecken durchgehende Tickets an, bei denen Gepäck durchgecheckt wird und ein einheitlicher Beförderungsvertrag gilt. Das reduziert das Risiko erheblich, bei einer Verspätung auf dem ersten Teilflug ohne Anschluss dazustehen.

Seit 2022 sind die Buchungszahlen auf Russland-Routen über Istanbul und Antalya sprunghaft gestiegen – um weit mehr als 200 Prozent gegenüber dem Niveau vor der Pandemie. Türkei ist damit nicht nur geographisch, sondern auch kapazitätsseitig das mit Abstand wichtigste Scharnier zwischen Europa und Russland geworden.

Belgrad als Geheimtipp: Kürzere Reisezeit, weniger Andrang

Wer Istanbul kennt, denkt vielleicht zuerst daran – aber für viele Reisende aus Mitteleuropa lohnt sich ein genauerer Blick auf Belgrad. Serbien ist EU-Beitrittskandidat, aber noch kein Mitglied. Das bedeutet: Das Land ist nicht an die EU-Sanktionsregeln gebunden und hat eigenständig entschieden, seinen Luftverkehr mit Russland aufrechtzuerhalten.

Air Serbia, die serbische Nationalairline, ist heute die einzige europäische Fluggesellschaft, die noch Direktverbindungen zwischen einem europäischen Land und Russland anbietet. Belgrad–Moskau, Belgrad–St. Petersburg, Belgrad–Sotschi – diese Routen existieren weiterhin, während alle vergleichbaren EU-Verbindungen seit 2022 Geschichte sind. Für Reisende aus Deutschland bedeutet das: Ein Flug nach Belgrad – oft günstig und mit kurzer Flugzeit – reicht aus, um von dort direkt nach Russland weiterzufliegen.

Der Flughafen Belgrad ist deutlich kleiner als Istanbul oder Dubai, was ihn in der Praxis oft angenehmer macht: kürzere Wege, weniger Gedränge, überschaubare Terminalstrukturen. Die Gesamtreisezeit nach Moskau ist über Belgrad häufig kürzer als über die anderen Hubs. Wer zwei separate Tickets bucht – also EU-Stadt nach Belgrad und Belgrad nach Russland getrennt – sollte allerdings ausreichend Pufferzeit einplanen und vorab klären, ob eine Einreise nach Serbien erforderlich ist oder ob ein Transit im internationalen Bereich ausreicht.

Zentralasien als Alternative: Wenn Preis wichtiger ist als Komfort

Wer flexibel ist und vor allem günstig reisen möchte, findet in Taschkent eine weitere Option – auch wenn sie mit mehr Aufwand verbunden ist. Usbekistan beteiligt sich nicht an den westlichen Sanktionen, und Uzbekistan Airways fliegt sowohl mehrere russische Städte als auch Ziele in Europa und Asien an. Taschkent positioniert sich damit als regionales Drehkreuz zwischen Russland, Zentralasien und dem Nahen Osten.

Der Haken: Von Deutschland aus ist Taschkent in der Regel nicht direkt erreichbar. Wer diese Route nutzen möchte, braucht meist mindestens einen weiteren Zwischenstopp – etwa in Istanbul oder Dubai. Das macht die Gesamtreise deutlich länger und komplexer. Für eine klassische Reise nach Moskau oder St. Petersburg ist Taschkent daher eher zweite Wahl. Interessant wird es für alle, die Russland mit einer Reise durch Zentralasien verbinden wollen oder von asiatischen Ausgangspunkten aus starten.

Dubai und die Golfstaaten: Stabil, aber weitläufig

Die Vereinigten Arabischen Emirate haben sich ebenfalls nicht den westlichen Sanktionen angeschlossen. Emirates und FlyDubai bedienen weiterhin russische Städte, und Dubai International ist eines der meistfrequentierten Drehkreuze der Welt. Wer von Europa aus über Dubai nach Russland fliegt, profitiert von einem hochprofessionellen Hub mit exzellenter Infrastruktur und stabilen Verbindungen.

Der Nachteil liegt auf der Hand: Dubai liegt geographisch deutlich weiter von Deutschland entfernt als Istanbul oder Belgrad. Die Gesamtreisezeit nach Moskau verlängert sich dadurch erheblich, und auch die Kosten sind in der Regel höher. Sinnvoll ist die Dubai-Route vor allem dann, wenn ohnehin ein Zwischenstopp in den Golfstaaten geplant ist, oder wenn Verbindungen in den asiatischen Teil Russlands gesucht werden, die über Istanbul nicht so gut bedient sind.

Was alle vier Hubs gemeinsam haben – und was Reisende wissen müssen

Ob Istanbul, Belgrad, Dubai oder Taschkent: Allen vier Städten ist gemeinsam, dass ihre Heimatländer die EU-Sanktionen nicht mittragen und damit rechtlich eigenständig agieren. Das macht die Nutzung dieser Routen für EU-Bürger grundsätzlich möglich – private Reisen nach Russland über Drittstaaten sind nicht per se verboten, solange keine sanktionierten Personen oder Unternehmen direkt involviert sind.

Trotzdem gibt es einige Punkte, die du bei der Buchung unbedingt im Blick haben solltest. Wenn möglich, ist ein durchgehendes Ticket – also beide Flugabschnitte auf einer einzigen Buchung – deutlich komfortabler und sicherer als zwei separate Buchungen. Bei einem Ticket haftet die Airline bei Verspätungen und verpassten Anschlüssen, das Gepäck wird durchgecheckt, und du hast einen einzigen Ansprechpartner. Bei zwei getrennten Tickets trägst du das Risiko selbst: Verpasst du den Anschluss wegen eines verspäteten Zubringers, verfällt das zweite Ticket in vielen Fällen ersatzlos.

Dazu kommt, dass viele westliche Reiseversicherungen Russland aufgrund der bestehenden Reisewarnung vom Versicherungsschutz ausschließen oder die Leistungen stark einschränken. Und die EU-Fluggastrechte, die bei Verspätungen und Annullierungen greifen, gelten nur für Flüge, die in der EU starten oder von einer EU-Airline durchgeführt werden – für den Abschnitt Istanbul–Moskau mit Turkish Airlines oder Belgrad–Moskau mit Air Serbia gelten andere Regeln. Wer das weiß, kann seine Buchung entsprechend absichern – und genau dabei helfen wir dir gerne persönlich weiter.

Ein Ticket oder zwei – eine Entscheidung, die im Ernstfall über alles entscheidet

Wer heute von Deutschland nach Russland fliegen möchte, kommt um einen Umstieg nicht herum. Istanbul, Belgrad oder Dubai sind die typischen Zwischenstationen – und genau an diesem Punkt stellt sich eine Frage, die auf den ersten Blick wie ein Detail wirkt, im Ernstfall aber alles entscheiden kann: Buchst du deine gesamte Route auf einem einzigen Ticket, oder kombinierst du zwei separate Buchungen?

Was ein durchgehendes Ticket wirklich bedeutet

Ein durchgehendes Ticket bedeutet, dass alle deine Flüge – zum Beispiel Frankfurt nach Istanbul und weiter nach Moskau – unter einer einzigen Buchungsnummer zusammengefasst sind. Das klingt nach einer Kleinigkeit, ist aber rechtlich und praktisch ein riesiger Unterschied.

Denn mit einem durchgehenden Ticket schließt du einen einzigen Beförderungsvertrag ab. Die Airline ist damit verpflichtet, dich von deinem Startpunkt bis zu deinem Ziel zu bringen – auch wenn unterwegs etwas schiefläuft. Verpasst du in Istanbul deinen Anschlussflug, weil der erste Flug Verspätung hatte, ist das nicht dein Problem: Die Airline muss dich auf die nächste verfügbare Verbindung umbuchen, in vielen Fällen auch für Hotel und Verpflegung sorgen. Dein Gepäck wird in der Regel direkt bis zum Endziel durchgecheckt, was bedeutet, dass du es am Umstiegsflughafen weder abholen noch neu aufgeben musst. Das klingt nach Komfort – ist aber vor allem Schutz.

Was passiert, wenn der Anschluss in Istanbul verpasst wird – je nach Buchungsart

Stell dir vor: Dein Flug aus Frankfurt landet in Istanbul mit zwei Stunden Verspätung. Dein Weiterflug nach Moskau ist längst weg. Was jetzt passiert, hängt vollständig davon ab, wie du gebucht hast.

Mit einem durchgehenden Ticket bist du abgesichert. Du gehst zum Schalter der Airline, wirst auf den nächsten Flug umgebucht – kostenlos – und hast bei längeren Wartezeiten Anspruch auf Betreuungsleistungen. Die Haftungskette ist klar: eine Airline, ein Vertrag, eine Verantwortung.

Mit zwei separaten Tickets sieht die Sache völlig anders aus. Die zweite Airline – die, die dich von Istanbul nach Moskau fliegen sollte – weiß nichts von deinem ersten Flug und interessiert es auch nicht. Für sie bist du schlicht nicht erschienen. Dein Ticket verfällt, ohne dass du einen Cent zurückbekommst. Du musst dir vor Ort ein neues Ticket kaufen – zu kurzfristigen Preisen, die oft ein Vielfaches dessen betragen, was du ursprünglich gezahlt hast. Und das, während du in einem fremden Land sitzt, möglicherweise ohne ausreichend Bargeld, da westliche Kreditkarten in bestimmten Buchungssituationen nicht funktionieren.

Genau deshalb ist diese Entscheidung keine Frage des Komforts, sondern eine Frage der Absicherung.

Interline-Abkommen: Welche Airlines kooperieren trotz Sanktionsumfeld

Dass ein durchgehendes Ticket von Frankfurt nach Moskau überhaupt möglich ist, liegt an sogenannten Interline-Abkommen – Kooperationsvereinbarungen zwischen Airlines, die es erlauben, Tickets gemeinsam auszustellen und Gepäck durchzuchecken, auch wenn verschiedene Carrier an der Strecke beteiligt sind. Turkish Airlines etwa unterhält solche Abkommen mit zahlreichen europäischen Fluggesellschaften und fliegt gleichzeitig weiterhin nach Russland. Das macht Istanbul zum praktisch wichtigsten Hub für durchgehende Buchungen.

Air Serbia in Belgrad funktioniert ähnlich: Als serbische Airline unterliegt sie nicht den EU-Sanktionen, hat aber Kooperationen mit europäischen Partnern. Emirates aus Dubai ist ebenfalls über Interline-Strukturen eingebunden. Diese Konstellationen ermöglichen es, eine Route von einem deutschen Flughafen bis nach Russland auf einem einzigen Ticket abzubilden – vorausgesetzt, du buchst bei einer Airline oder einem Reisebüro, das diese Verbindungen kennt und korrekt zusammenstellt.

Wichtig zu wissen: Nicht jede Kombination, die du dir auf einem Buchungsportal selbst zusammenklickst, ist automatisch ein durchgehendes Ticket. Zwei Flüge in einem Warenkorb zu kaufen ist nicht dasselbe wie ein Interline-Ticket. Im Zweifel lohnt sich die Nachfrage – oder die Buchung über einen erfahrenen Reiseprofi, der genau weiß, welche Kombinationen wirklich als ein Vertrag gelten.

Wann zwei separate Tickets trotzdem sinnvoll sein können

Ganz ehrlich: Es gibt Situationen, in denen zwei Tickets eine bewusste Entscheidung sein können – aber nur, wenn du die Risiken kennst und aktiv absicherst.

Der offensichtlichste Grund ist der Preis. Separate Buchungen sind manchmal deutlich günstiger, weil du Angebote verschiedener Airlines kombinieren kannst. Auch die Flexibilität kann ein Argument sein: Wenn du ohnehin einen Zwischenstopp in Istanbul oder Belgrad planst, dort ein paar Tage bleiben möchtest und die Verbindungen unabhängig voneinander buchen willst, macht das durchaus Sinn.

Wenn du dich für zwei separate Tickets entscheidest, gelten aber ein paar eiserne Regeln: Plane mindestens vier bis sechs Stunden Umstiegszeit ein – mehr ist besser. Reise wenn möglich nur mit Handgepäck, damit du nicht auf die Gepäckausgabe angewiesen bist und keine formelle Einreise in das Transitland brauchst. Buche ausschließlich flexible Tarife, die Umbuchungen zu moderaten Kosten erlauben. Und halte ausreichend Bargeld und ein Notfallbudget bereit – für den Fall, dass du spontan ein neues Ticket kaufen musst.

Wie und wo du ein durchgehendes Ticket findest

Die Suche nach einem wirklich durchgehenden Ticket für Russland-Routen ist nicht ganz trivial, weil viele gängige Buchungsportale einfach die günstigsten Einzelflüge anzeigen, ohne kenntlich zu machen, ob es sich um einen einheitlichen Beförderungsvertrag handelt. Plattformen wie die direkte Buchung über Turkish Airlines oder Emirates zeigen häufig durchgehende Optionen an, wenn du Start und Endziel in Russland eingibst. Auch spezialisierte Reisebüros mit Erfahrung in Russland-Routings können hier gezielt helfen – sie kennen die aktuell funktionierenden Kombinationen, wissen welche Interline-Abkommen greifen und können einschätzen, ob eine Buchung wirklich als ein Ticket gilt oder nur so aussieht.

Ein konkretes Beispiel macht den Unterschied greifbar: Die Strecke Frankfurt – Istanbul – Moskau als durchgehendes Ticket über Turkish Airlines bedeutet einen Vertrag, Gepäckdurchcheck, Umbuchungsschutz und einen klaren Ansprechpartner. Dieselbe Strecke als Einzelbuchung – Lufthansa nach Istanbul, dort separat Turkish Airlines nach Moskau gebucht – sieht auf den ersten Blick ähnlich aus, ist aber rechtlich eine völlig andere Situation. Verpasst du in Istanbul den Anschluss, steht du allein da.

Gerade weil Reisen nach Russland heute mit so vielen Unwägbarkeiten verbunden sind – von kurzfristigen politischen Entwicklungen über eingeschränkte Zahlungsmöglichkeiten bis hin zu volatilen Flugplänen – ist das durchgehende Ticket keine Luxusoption, sondern die vernünftigste Entscheidung, die du bei der Buchung treffen kannst. Lass uns gemeinsam schauen, welche Route für dich die sicherste und verlässlichste ist – wir kennen die aktuellen Möglichkeiten und finden die Verbindung, die wirklich hält, was sie verspricht. Mehr Infos findest du auch auf MEHRKUR Reisen.

Auf einem Tisch steht ein Miniaturkoffer, Flugzeug und eine kleine Weltkugel mit einem Reisepass und einem Flugticket

Was Reisende vor der Buchung wissen müssen – und was die meisten erst am Flughafen herausfinden

Wer heute von Deutschland nach Russland fliegen möchte, hat keine Wahl: Der Weg führt immer über einen Umstieg in einem Drittstaat. Das klingt erst einmal nach einer kleinen Unannehmlichkeit – ist in der Praxis aber deutlich komplizierter. Denn mit dem Umweg kommen Fragen auf, die bei einem klassischen Direktflug niemanden interessieren würden: Brauche ich am Zwischenstopp ein Visum? Wer haftet, wenn ich meinen Anschluss verpasse? Und bin ich überhaupt versichert? Genau diese Punkte unterschätzen viele Reisende – und merken es erst, wenn sie schon am Flughafen stehen.

Transitvisum oder nicht: Was am Umstiegsflughafen gilt

Die wichtigste Frage vorab: Handelt es sich um ein durchgehendes Ticket oder um zwei separate Buchungen? Der Unterschied ist größer, als er auf den ersten Blick wirkt.

Bei einem durchgehenden Ticket – also wenn alle Flugsegmente von Deutschland bis nach Russland auf einer einzigen Buchung stehen – trägt eine Airline die Verantwortung für die gesamte Strecke. Das bedeutet: Gepäck wird in der Regel bis zum Ziel durchgecheckt, du bleibst im Transitbereich des Umstiegsflughafens, und wenn du wegen einer Verspätung deinen Anschluss verpasst, ist die Airline verpflichtet, dich umzubuchen. Kein erneutes Einchecken, keine Grenzkontrolle, kein Stress mit Visumsregeln des Zwischenstaats.

Anders sieht es aus, wenn du zwei separate Tickets buchst – etwa einen Flug von München nach Istanbul und einen zweiten von Istanbul nach Moskau, gebucht über verschiedene Portale oder Anbieter. Das ist oft günstiger, aber die Risiken wiegen schwer. Verpasst du wegen einer Verspätung den zweiten Flug, bist du auf dich allein gestellt: Die zweite Airline hat keinen Vertrag mit dir über den ersten Flug und ist nicht verpflichtet, dich kostenlos umzubuchen. Im schlimmsten Fall verfällt das zweite Ticket einfach – mitsamt dem bezahlten Geld.

Noch ein oft übersehener Punkt: Bei getrennten Tickets musst du am Umstiegsflughafen häufig den Transitbereich verlassen, um dein Gepäck abzuholen und erneut einzuchecken. Und sobald du den Transitbereich verlässt, gelten die normalen Einreisebestimmungen des Drittstaats. Für Istanbul, Belgrad oder Dubai heißt das: In vielen Fällen brauchst du ein Einreise- oder Transitvisum – selbst wenn du nur ein paar Stunden wartest. Wer das nicht vorher geprüft hat, steht plötzlich vor der Einreisebehörde und wird möglicherweise nicht weitergeleitet.

Bleibst du dagegen im internationalen Transitbereich und hast ein gültiges Weiterflugticket, ist in vielen Hubs kein Visum nötig – sofern der Aufenthalt eine bestimmte Maximaldauer (oft 24 Stunden) nicht überschreitet. Aber Achtung: Diese Regeln unterscheiden sich je nach Flughafen und können sich kurzfristig ändern. Vor der Buchung lohnt sich ein genauer Blick auf die aktuellen Transitbestimmungen des jeweiligen Umstieglandes.

Für die Einreise nach Russland selbst gilt: EU-Bürgerinnen und EU-Bürger sind grundsätzlich visumpflichtig. Das Visum muss vor der Reise beantragt werden – eine Visa-on-Arrival-Regelung gibt es nicht. Für den Antrag werden unter anderem eine offizielle Einladung, ein ausgefülltes Onlineformular und der Nachweis einer gültigen Krankenversicherung für Russland benötigt. Wer ohne korrektes Visum oder ohne passende Versicherung beim Check-in erscheint, wird nicht befördert. Das klingt selbstverständlich – passiert in der Praxis aber regelmäßig, weil die Anforderungen im Vergleich zu anderen Reisezielen ungewohnt komplex sind.

Reiseversicherung für Russland: Diese Klauseln sollte man vor Abschluss prüfen

Auch beim Thema Versicherung lauern Fallstricke, die erst im Schadensfall sichtbar werden. Viele Standard-Reiseversicherungen schließen Leistungen für Länder aus, für die eine offizielle Reisewarnung gilt – und für Russland gilt genau das: Die Bundesregierung rät dringend von Reisen in die Russische Föderation ab. Das kann bedeuten, dass Rücktrittskosten, Reiseabbruch oder medizinische Evakuierung im Ernstfall nicht erstattet werden. Wer die Kleingedruckten seiner Police nicht kennt, erlebt im Schadensfall eine böse Überraschung.

Zusätzlich schließen viele Versicherer Schäden aus, die im Zusammenhang mit Krieg, Sanktionen oder politischen Maßnahmen entstehen. Gerade bei Russland-Reisen ist das ein reales Risiko: Flüge können kurzfristig gestrichen werden, Verbindungen können wegfallen, und politische Entwicklungen wirken sich direkt auf den Flugbetrieb aus. Wer hier nicht explizit eine Police abgeschlossen hat, die solche Szenarien abdeckt, trägt das finanzielle Risiko selbst.

Für das russische Visum ist eine Krankenversicherung mit Gültigkeit für Russland ohnehin Pflicht – das ist also kein optionaler Zusatz, sondern eine formale Voraussetzung. Trotzdem sollte man genau prüfen, ob die gewählte Police auch im Ernstfall wirklich leistet oder ob sie durch Ausschlussklauseln faktisch wertlos ist.

Ähnliches gilt für die Stornobedingungen der Flüge selbst. Gerade bei Carriern aus Drittstaaten oder russischen Airlines gelten oft deutlich andere Standards als bei europäischen Fluggesellschaften. Nicht erstattbare Tarife, hohe Umbuchungsgebühren und komplizierte Stornoprozesse sind die Regel, nicht die Ausnahme. Hinzu kommt: Bei zwei getrennten Tickets können die Bedingungen für jedes Segment völlig unterschiedlich sein – Flug 1 ist vielleicht flexibel umbuchbar, Flug 2 nicht. Wer dann wegen eines Flugausfalls umdisponieren muss, verliert im schlimmsten Fall beide Tickets.

Noch ein praktischer Hinweis, der oft vergessen wird: Zahlungen bei russischen Airlines oder über russische Buchungsportale sind mit westlichen Kreditkarten in vielen Fällen nicht möglich. Russische Banken sind weitgehend vom internationalen Zahlungssystem ausgeschlossen, und auch vor Ort funktionieren Visa- oder Mastercard-Karten kaum noch. Wer nach Russland reist, sollte ausreichend Bargeld in Euro oder US-Dollar mitführen – innerhalb der erlaubten Grenzen und mit Blick auf die Deklarationspflichten beim Grenzübertritt.

Kurz zusammengefasst: Eine Russland-Reise über Drittstaaten ist heute planbar – aber sie verlangt deutlich mehr Vorbereitung als eine klassische Europareise. Wer sich vorab um Visum, Transitregeln, Versicherungsklauseln und Ticketbedingungen kümmert, reist entspannter. Wer das auf später verschiebt, riskiert teure Überraschungen – oft genau dann, wenn es am wenigsten passt. Wir bei MEHRKUR Reisen helfen dir, genau diese Stolpersteine im Vorfeld aus dem Weg zu räumen und deine Route so zu planen, dass du sicher und gut vorbereitet ans Ziel kommst.

Wie lange bleibt das so – und was würde eine Rückkehr der Direktflüge eigentlich erfordern?

Die ehrliche Antwort ist: niemand weiß es genau. Was sich aber mit Sicherheit sagen lässt: Kurzfristig wird sich nichts ändern. Seit dem Frühjahr 2022 gilt auf beiden Seiten eine gegenseitige Luftraumsperre – die EU hat russischen Airlines den Zugang verweigert, Russland hat im Gegenzug den Luftraum für Flugzeuge aus der EU, Großbritannien, Norwegen, der Schweiz und weiteren Staaten geschlossen. Seitdem ist diese Situation unverändert, und es gibt weder in europäischen Rechtsakten noch in russischen Verordnungen irgendeinen verbindlichen Fahrplan, der eine Rückkehr zum Normalbetrieb regeln würde.

Solange der Krieg gegen die Ukraine anhält und die EU-Sanktionsarchitektur im Kern bestehen bleibt, ist nicht damit zu rechnen, dass du wieder direkt von Frankfurt, München oder Berlin nach Moskau oder St. Petersburg fliegen kannst. Das klingt ernüchternd – ist aber wichtig zu wissen, damit du deine Reiseplanung auf einer realistischen Grundlage aufbauen kannst.

Was die EU-Sanktionsverordnungen konkret ändern müssten

Eine Rückkehr der Direktflüge wäre kein einfacher Schalter, den man umlegt. Es müssten mehrere Ebenen gleichzeitig in Bewegung kommen – politisch, rechtlich und operativ.

Auf EU-Seite wäre zunächst eine Anpassung oder teilweise Aufhebung der Luftraumsperre für russische Flugzeuge nötig, die Bestandteil der Ukraine-Sanktionspakete ist. Damit allein wäre es aber nicht getan: Auch die begleitenden Maßnahmen gegen die russische Luftfahrtbranche – etwa Verbote im Bereich Leasing, Ersatzteile und Versicherungen – müssten gelockert werden, damit europäische Airlines überhaupt wieder wirtschaftlich sinnvoll nach Russland fliegen könnten. Russland wiederum müsste seine Gegensanktionen aufheben und den Luftraum für Flugzeuge aus „unfreundlichen Staaten" wieder öffnen.

Dazu kämen technisch-rechtliche Schritte, die oft unterschätzt werden: Bilaterale Luftverkehrsabkommen zwischen einzelnen EU-Staaten und Russland müssten reaktiviert oder neu verhandelt werden. Verkehrsrechte, Flugfrequenzen, Landerechte – all das ist vertraglich geregelt und seit 2022 de facto eingefroren. Luftfahrtbehörden auf beiden Seiten müssten neue Genehmigungen erteilen, Slots neu vergeben, Sicherheitsstandards gegenseitig anerkennen.

Und selbst wenn das alles geregelt wäre, käme die Frage der Finanzierung: Versicherer müssten wieder bereit sein, Deckung für Russland-Flüge zu zeichnen – was heute aufgrund von Sanktionsrisiken und politischer Unsicherheit kaum möglich ist. Banken und Zahlungsdienstleister müssten die Abwicklung mit russischen Partnern wieder rechtssicher ermöglichen. Kurz gesagt: Es wäre ein komplexes Gesamtpaket, kein isolierter Schritt.

Lehren aus der Vergangenheit: Wie andere Luftraumsperrungen endeten

Wer hofft, dass sich die Lage schnell normalisiert, sollte einen Blick in die Geschichte werfen – er ist wenig ermutigend. Vergleichbare Luftraumsperrungen haben in der Vergangenheit oft viele Jahre gedauert. Nach dem Abschuss des Passagierflugzeugs KAL 007 durch die Sowjetunion 1983 dauerte es Jahre, bis sich die Beziehungen im Luftverkehr wieder normalisierten. Die Sperrungen im Zusammenhang mit dem Jugoslawienkonflikt in den 1990er-Jahren hielten ebenfalls über den eigentlichen Konflikt hinaus an, weil diplomatische und rechtliche Normalisierung Zeit braucht – selbst wenn der politische Wille vorhanden ist.

Was diese historischen Fälle zeigen: Luftraumsperrungen enden selten von heute auf morgen. Sie lösen sich schrittweise auf, oft begleitet von zähen Verhandlungen, Übergangsregelungen und langen Phasen der Rechtsunsicherheit. Für die aktuelle Situation zwischen der EU und Russland bedeutet das: Selbst wenn es irgendwann zu einem Waffenstillstand oder politischen Annäherungen käme, wäre die Rückkehr der Direktflüge noch lange nicht automatisch gesichert.

Was eine Normalisierung für Reisende, Airlines und Preise bedeuten würde

Stellen wir uns trotzdem vor, dass sich die Lage irgendwann entspannt – was würde das konkret bedeuten? Für Reisende wären die Auswirkungen erheblich: Reisezeiten würden sich drastisch verkürzen, weil der Umweg über Istanbul, Belgrad oder Dubai wegfiele. Statt acht bis zwölf Stunden wären Direktflüge nach Moskau wieder in etwa drei bis dreieinhalb Stunden möglich. Die Preise würden sinken, weil mehr Wettbewerb auf den Strecken entstünde und der Umweg über teure Drehkreuze entfiele.

Für Airlines wäre die Wiederaufnahme allerdings kein einfaches Zurück zum alten Geschäft. Flotten wurden umstrukturiert, Crews anders geplant, Netzwerke auf andere Routen ausgerichtet. Und ganz abgesehen von der Logistik: Viele europäische Airlines hätten auch ein erhebliches Reputationsrisiko abzuwägen – ob ihre Kunden, Investoren und Mitarbeiter eine Rückkehr nach Russland akzeptieren würden, ist eine offene Frage.

Worauf du dich als Reisender einstellen solltest

Die klare Einschätzung lautet: Plane nicht mit Direktflügen. Wer in den nächsten Jahren nach Russland reisen will oder muss, kommt um den Umweg über Drittstaaten nicht herum. Istanbul, Belgrad, Dubai und Taschkent bleiben die wichtigsten Drehkreuze – und es spricht alles dafür, dass das noch lange so bleibt.

Das bedeutet auch: Je früher du dich mit den Besonderheiten dieser Routen vertraust machst – von der Frage Ein- oder Zwei-Ticket-Buchung bis hin zu Visaregeln im Transitland –, desto besser bist du vorbereitet. Und falls du unsicher bist, welche Route für dich die richtige ist: Genau dafür sind wir da. Wir kennen die aktuellen Verbindungen, die Tücken der verschiedenen Hubs und helfen dir, eine Reise zu planen, die auch unter diesen besonderen Umständen so reibungslos wie möglich verläuft.

Häufige Fragen zum Thema

Kann ich als EU-Bürger überhaupt noch legal nach Russland fliegen?

Ja, private Reisen nach Russland sind für EU-Bürger grundsätzlich nicht verboten, solange keine sanktionierten Personen oder Unternehmen direkt involviert sind. Der Weg führt jedoch zwingend über einen Drittstaat wie die Türkei, Serbien oder die Vereinigten Arabischen Emirate, da Direktflüge zwischen der EU und Russland seit 2022 nicht mehr möglich sind. Für die Einreise nach Russland benötigst du außerdem ein vorab beantragtes Visum sowie eine gültige Krankenversicherung für Russland.

Welche Umsteigeflughäfen sind aktuell die besten Optionen für Flüge nach Russland?

Die vier wichtigsten Drehkreuze sind derzeit Istanbul, Belgrad, Dubai und Taschkent – alle in Ländern, die die EU-Sanktionen gegen Russland nicht mitgetragen haben. Istanbul über Turkish Airlines ist die meistgenutzte und bestgetaktete Option mit guten Anschlüssen aus ganz Deutschland. Belgrad über Air Serbia bietet oft kürzere Gesamtreisezeiten und ist besonders für Reisende aus Mitteleuropa eine attraktive Alternative.

Was ist der Unterschied zwischen einem durchgehenden Ticket und zwei separaten Buchungen – und warum ist das so wichtig?

Bei einem durchgehenden Ticket übernimmt eine einzige Airline die Verantwortung für deine gesamte Reise: Das Gepäck wird durchgecheckt, und bei Verspätungen oder verpassten Anschlüssen muss die Airline dich kostenlos umbuchen. Bei zwei separaten Tickets trägst du das Risiko selbst – verpasst du wegen einer Verspätung den Anschlussflug, verfällt das zweite Ticket meist ersatzlos, und du musst dir vor Ort auf eigene Kosten ein neues kaufen. Gerade bei Russland-Routen, wo Verbindungen volatil sein können, ist das durchgehende Ticket daher die deutlich sicherere Wahl.

Brauche ich am Umstiegsflughafen in Istanbul oder Belgrad ein Visum?

Das hängt davon ab, ob du den internationalen Transitbereich verlässt oder nicht. Bei einem durchgehenden Ticket bleibst du in der Regel im Transitbereich und benötigst in den meisten Fällen kein Einreisevisum. Bei zwei separaten Tickets musst du häufig den Transitbereich verlassen, um dein Gepäck abzuholen und neu einzuchecken – dann gelten die normalen Einreisebestimmungen des jeweiligen Landes. Die genauen Transitregeln unterscheiden sich je nach Flughafen und können sich kurzfristig ändern, weshalb eine Prüfung vor der Buchung unbedingt empfohlen wird.

Alternative Route über Kaliningrad

Ab Deutschland nach Kaliningrad mit Bus und dann mit Inlandsflug zu sehr vielen Zielen in Russland. Diese Alternative ist günstiger und manchmal sogar schneller, wenn wir die gesamte Reisezeit betrachten. Bei Mehrkur Reisen können die Tickets ab Paderborn nach Kaliningrad direkt gebucht mit den Anschlussflug zusammen.

Greift meine Reiseversicherung bei einer Russland-Reise überhaupt?

Viele Standard-Reiseversicherungen schließen Leistungen für Länder aus, für die eine offizielle Reisewarnung besteht – und für Russland gilt genau das. Das kann bedeuten, dass Stornierungskosten, Reiseabbruch oder medizinische Evakuierung im Schadensfall nicht erstattet werden. Außerdem schließen viele Policen Schäden aus, die im Zusammenhang mit Krieg oder Sanktionen entstehen. Es ist daher unbedingt notwendig, die Versicherungsbedingungen vor Abschluss genau zu prüfen und gezielt eine Police zu wählen, die diese Szenarien explizit abdeckt.

Kann ich in Russland mit meiner Kreditkarte bezahlen?

Nein, westliche Kreditkarten wie Visa oder Mastercard funktionieren in Russland aufgrund der Sanktionen gegen das russische Bankensystem in der Regel nicht mehr. Auch Zahlungen bei russischen Airlines oder über russische Buchungsportale sind mit westlichen Karten häufig nicht möglich. Wer nach Russland reist, sollte daher ausreichend Bargeld in Euro oder US-Dollar mitführen und sich vorab über die geltenden Deklarationspflichten beim Grenzübertritt informieren.

Wann könnten Direktflüge zwischen Deutschland und Russland wieder möglich sein?

Eine verlässliche Prognose ist derzeit nicht möglich – solange der Krieg gegen die Ukraine andauert und die EU-Sanktionen bestehen, ist keine Rückkehr der Direktflüge zu erwarten. Selbst bei einer politischen Annäherung wäre eine Normalisierung ein langwieriger Prozess: Bilaterale Luftverkehrsabkommen müssten neu verhandelt, Versicherungen und Leasingverträge reaktiviert und Genehmigungen neu erteilt werden. Historische Vergleiche zeigen, dass solche Luftraumsperrungen oft noch Jahre nach dem eigentlichen Konflikt andauern.